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Human- und Tierspezialisten arbeiten gemeinsam an der Behandlung von Tumoren bei Hunden

Human- und Tierspezialisten arbeiten gemeinsam an der Behandlung von Tumoren bei Hunden

Eine neuartige 2-jährige Ehe zwischen Tier- und Humanmedizinern trägt dazu bei, die für eine erfolgreiche Behandlung von Kopf-Hals-Tumoren bei Hunden erforderliche Genauigkeit zu erzielen.

Spezialisten des Washington State University College für Veterinärmedizin und der University of Washington School of Medicine arbeiten an einer hochmodernen Therapie, bei der ein Tumor mit Strahlung bestrahlt und gleichzeitig die Schädigung des umgebenden Gewebes oder der Organe minimiert wird.

"Dies ist buchstäblich die neueste Technologie, die Human- und Veterinärmedizin miteinander verbindet", sagte Dr. Pat Gavin, Veterinärprofessor und Radioonkologe der WSU. "Was wir für diese Hunde tun, die eine Behandlung benötigen, ist der Humanmedizin weit voraus, aber wir werden beide langfristig davon profitieren. Wir betreiben angewandte Forschung, um die Validierung des neuen Ansatzes zu unterstützen, mit dem diese Behandlung letztendlich beim Menschen angewendet werden kann."

Hirntumoren treten bei etwa 14 von 100.000 Hunden auf. Die Forscher der WSU haben kürzlich die Aufzeichnungen von 97 Hunden mit Hirntumoren überprüft, die zur Auswertung vorgelegt wurden. Sechsunddreißig Rassen waren vertreten.

Tierärzte gehen verschiedene Wege, wenn bei einem Hund Hirntumor diagnostiziert wird. In einigen Fällen kann eine Operation möglich sein, und in einigen Fällen kann eine Chemotherapie von Vorteil sein. Steroide werden oft verabreicht; Sie verringern die mit dem Tumor einhergehende Schwellung und können die Symptome für Wochen bis Monate lindern.

Strahlentherapie ist am besten

Die Strahlentherapie wird im Allgemeinen in vielen Fällen als die beste Therapie angesehen, und das mediane Überleben beträgt ein bis zwei Jahre bei hoher Lebensqualität. Wenn ein Tierarzt einen Hund an die WSU überweist, wird das Tier einer Magnetresonanztomographie (MRT) und einer CT unterzogen, um die Position, Größe und Konfiguration des Tumors zu bestimmen. Gavin und sein Tierarztkollege Dr. Hege Kippenes werten die Ergebnisse aus und planen einen Behandlungsverlauf einschließlich der Strahlendosis.

Zu diesem Zeitpunkt werden die Informationen und die Bilder über das Internet an Dr. Mark Phillips und George Larramore von der Abteilung für Radioonkologie an der University of Washington. Ihre Aufgabe ist es, einen komplizierten Schlachtplan zu entwickeln, der auf einem Computerprogramm namens Prism 3D basiert, das einen Linearbeschleuniger (eine Maschine, die energiereiche Strahlung erzeugt) betreibt.

Intensitätsmodulierte Strahlentherapie

Die Behandlung heißt Intensity Modulated Radiation Therapy und hat zum Ziel, die Strahlung präzise zu fokussieren, indem zahlreiche rotierende Strahlen auf den Tumor gerichtet werden. Laut Kippenes soll der Tumor zu 100 Prozent und das umliegende Gewebe zu weniger als 50 Prozent bestrahlt werden.

Die Aufgabe wird dadurch erschwert, dass Hunde innerhalb von drei bis fünf Wochen 18 bis 21 Behandlungen benötigen können - und für jede Behandlung gleich positioniert sein müssen.

Um eine genaue Positionierung zu gewährleisten, werden Hunde in einem speziell geformten Vakuumkörperluftguss mit Sitzsack direkt unter dem Linearbeschleuniger platziert. Jeder Hund wird leicht mit Gas betäubt. Die Behandlungen dauern normalerweise 5 bis 10 Minuten.

Schnelle Erholung

"Das Schöne daran", sagt Gavin, "ist, dass sich das Tier nach Abschluss der Behandlung in zwei Minuten erholt und die Behandlung selbstständig verlässt."

Das WSU-Krankenhaus behandelt monatlich drei bis vier Fälle, während Veterinärkrebsspezialisten in den Regionen Portland und Seattle Wartelisten mit vier bis sechs Wochen Wartezeit für Patienten haben. Sobald ein Hund zu seinem ersten diagnostischen Besuch vorgestellt wird, kann er auf eine relativ schnelle Behandlungsroute gebracht werden: Oft kann er innerhalb einer Woche mit der Strahlentherapie beginnen. Die Behandlungskosten reichen von 3.000 bis 3.500 US-Dollar.

Zu den Erfolgsraten der Behandlung liegen noch keine Zahlen vor. Das Programm steckt erst in den Kinderschuhen und die WSU empfängt Hunde in vielen Krebsstadien, so dass an dieser Stelle keine Schlussfolgerungen gezogen werden können. Zukünftige Studien werden das Thema untersuchen.